Quelle: Spiegel online, 17.4.2009
General Motors sucht nach Abnehmern für seine schwedische Tochter Saab. Einem Pressebericht zufolge will der angeschlagene US-Autobauer den insolventen Ableger notfalls verschenken. Mehrere Interessenten haben sich bereits in Position gebracht.
London/Stockholm - Im Kampf ums Überleben sucht General Motors (GM) nach einer Lösung für die schwedische Marke Saab: Der angeschlagene US-Autobauer ist laut einem Pressebericht sogar bereit, die mittlerweile insolvente Tochter zum Nulltarif abzugeben. Das berichtete die "Financial Times" (FT) unter Berufung auf eine mit den Verhandlungen vertraute Person.
Saab-Produktion: 20 Interessenten für die schwedische GM-Tochter
An einem Einstieg bei Saab sind früheren Angaben von Insolvenzverwalter Luy Lofalk zufolge bis zu 20 Investoren interessiert. Lofalk will den Verkaufsprozess bis Mitte des Jahres abschließen.
Von den Interessenten seien zehn ausgewählt worden, die einen detaillierten Einblick in die Geschäfte der GM-Tochter erhalten sollen, sagte Saab-Chef Jan-Åke Jonsson der "FT". Bei den ausgewählten Interessenten handele es sich um Beteiligungsgesellschaften, Finanzinvestoren und internationale Autobauer.
Nach inoffiziellen Angaben verfügt Saab nur noch bis Ende des Monats über Mittel zur Finanzierung der Produktion. Zur Entwicklung neuer Modelle und für die weitere Produktion im Stammwerk Trollhättan benötigt der Hersteller laut Insolvenzverwalter Lofalk eine Milliarde Dollar. Davon sollen 600 Millionen Dollar als Kredit von der Europäischen Investitionsbank (EIB) kommen und 400 Millionen Dollar von GM gestellt werden.
Außer Saab stehen bei GM weitere Marken zur Disposition. In den USA will sich der Konzern von Hummer und Saturn trennen. Die Wirtschaftsagentur Bloomberg berichtete am Donnerstag, dass auch Pontiac und die Kleintransportermarke GMC auf der Verkaufsliste stehen. Lediglich Chevrolet, Cadillac und Buick würden damit noch zum Unternehmen gehören.
GM-Verkaufschef Mark LaNeve bekräftigte in einem Interview allerdings, die im Februar angekündigte Markenstrategie sei auch die weiter geltende. Die Berichte seien "ohne Substanz und unwahr", sagte der Manager dem US-Fachmagazin "Automotive News" am Donnerstagabend.
Die US-Regierung hat der Opel-Mutter GM für einen endgültigen Sanierungsplan ein Ultimatum bis Ende Mai gestellt. Bislang erhielt der Autobauer 13,4 Milliarden Dollar an Staatshilfen. GM-Chef Fritz Henderson will an diesem Freitag bei einer kurzfristig angesetzten Telefonkonferenz über den aktuellen Stand der Sanierungspläne informieren.
2009-04-20
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